Jugendtreffen in Bucine

Ponte Vecchio. Die fotogensten Ecken in Florenz sind zu Fuß nicht weit vom Bahnhof entfernt!

„Tschüss Essensverschwendung – hallo nachhaltiger Konsum“

war die Prämisse des Jugendtreffens vom 28.-31. Mai 2015. Ein Drittel der europäischen Länder mit je 3-4 Jugendlichen wurde geladen, um dieses wichtige, aber doch recht wenig beachtete Thema zu diskutieren, und zwar nach Bucine, die charmante Gemeinde in der schönen Toskana, wobei besonders die Organisation des Wetters als gelungen hervorsticht.
Nach einigen Schwierigkeiten der Teilnehmerfindung sitzen Hepstedts Delegierte Manuela G., Denise H. und Anna G. bereits am Mittwoch im Zug, der über Nacht nach Florenz rattert. Die Sehenswürdigkeiten und Souvenirstände in dieser sehenswerten Renaissance-Stadt abgeklappert, warten wir am Flughafen auf Abholung.

„We feel like princesses“,
freuen sich die Tschechinnen.

Müde, aber zufrieden

sitzen wir also endlich im Bus nach Bucine. Doch spätestens bei der Ankunft im alten, hügeligen Dorf, wo der Bus nicht mehr durch die engen Straßen navigieren kann, sind wir wieder wach – Denn statt der üblichen Gastfamilien erfolgt die Unterbringung hier im imposanten alten Kloster!
Hier haben wir auch den Großteil unserer Workshops, wo wir in Kleingruppen zunächst verschiedene Ideen und Ansätze austauschen, wie mit dem Thema umgegangen werden könnte. Erschreckend ist, dass Deutschland das einzige vertretene Land ist, das ein System wie die Tafel e.V. etabliert hat! Wir hören Geschichten einer Slowenin, die in dem Supermarkt, als sie dort arbeitete, fragte, ob sie die um einen Tag abgelaufenen Schokoladenprodukte nicht dem örtlichen Kinderheim schenken dürfte. Da dies doch gegen das Gesetz wäre, lehnten die Vorgesetzten erschrocken ab.
Zur Verwertung von Essensresten kommen aber auch aus Slowenien gute Vorschläge, wie aus jedem anderen Land. Wir tragen Rezepte à la Bratkartoffeln, Arme Ritter, Paniertes oder Labskaus zusammen, die speziell dafür gedacht sind, häufig Übrigbleibendes wie Kartoffeln, Reis, Fleisch oder trockenes Brot zu verwerten.

Lebhafte Diskussionen entfachen aus dem ehrlichen Interesse am Thema.

Was in Italien

immer besser funktioniert, ist das Projekt „Kilometrozero“, also das Verwerten lokaler Produkte für Restaurants und auch beispielsweise Bucine’s Schulkantine, die wir testen durften. Hier lernen die Grundschulkinder auch gleich, dass nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln möglich und wünschenswert ist. Das Organisationsteam, von denen auch einige anwesend sind, hat sich nicht zurückgehalten, uns die volle Wucht toskanischer Superlative zu bieten!

Gemeinsame Wanderung zum mittelalterlichen Galatrona-Turm.

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Ein vielsagender Wegweiser

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Oben angekommen beginnt die Facebook-Profilfoto-Session

Sienas Architektur vertritt vor allem die italienische Gotik

Sienas Architektur vertritt vor allem die italienische Gotik

Deutsch-tschechische Freundschaft vor der Brauerei.

Der Samstag

beginnt mit einer Führung der lokalproduktbemühten Bio-Bier-Brauerei, deren Biersorten wir am Abend zuvor zu Genüge verkosten durften. Weiter geht’s mit einer Führung durch die Postkartenstadt Siena. Schließlich das Büffet, auf das alle gewartet haben! Jedes Land stellt häppchenweise Kostproben seiner Kulinarik vor.

Ein kurzes, aber intensives Wochenende in Italien, dass uns auch persönlich viel gebracht hat. Sogar die Rückfahrt, tagsüber durch die malerischen österreichischen Berge hat sich gelohnt!
Und wir waren auch nicht unwirksam – als erste Amtshandlung haben wir nämlich alle pro Land eine Rose gepflanzt. So sind wir natürlich gern in Bucine verewigt, gerade da das nur Meter entfernte WWII-Denkmal etwas von seiner beklemmenden Präsenz angesichts der europäischen Gemeinschaft überschattet wird.

Fotos und Text: Anna G.

 

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Essen ist Kultur

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Uns wurde versichert, dass auch diese noch hübsche weiße Blüten bekommen soll!